Die Geschichte einer Seife

In einem Anflug von Nostalgie traf ich die Entscheidung, beim Duschen mal zur guten alten „Stückseife“ zurückzukehren. Ein fataler Fehler, wie sich herausstellen sollte. Es fing eigentlich ganz gut an. Der Duft erinnerte an Kindertage, Bademäntel und Dalli Dalli. Ich dachte an meine Oma! Sie drückte Magnethalterungen in die Seife, um ihr am Waschbeckenrand Halt zu geben. Ich musste lächeln. Meine Oma. Nach dem Baden gab es immer Griesbrei mit Streuseln….die Seife machte schöne Gefühle..

Der Körper war nass, die Seife lag duftend weich in der Hand, allerdings nur für Sekunden, dann glitschte sie im hohen Bogen Richtung Wannenboden. Beim Versuch sie aufzuheben und wieder hochkommen tangierte mein Steiß die Armatur. AHHHHHHH!! Körper mittlerweile schon fast wieder im Trockenmodus! Zweiter Versuch. Seife in der Handfläche gleitet schäumend über Körperflächen, bei der Abfahrt zum Rücken ließ sie sich nicht mehr halten und suchte den Abhang, um rasant über den Po den Absprung zu wagen. Schweißausbrüche bei der Duschprotagonistin zum Einläuten des nächsten Einseifversuchs…….beim Verfolgen der Seifenspur verliere ich kurz die Orientierung, Seife im Auge, nicht am Körper……vorzeitiger Abbruch wegen unüberbrückbaren Differenzen……..Eigentlich war meine Oma ein ziemlicher Drachen! Und der Griesbrei hatte immer diese eklige Haut….. Gott schütze den Erfinder des Duschgels!

© Sunny Möller

2 Gedanken zu “Die Geschichte einer Seife

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