Sunny Möller ist Pina Blum

Out now! Neuerscheinung! Debüt-Roman einer Bloggerin! Seit gestern zerbreche ich mir den Kopf darüber, welche Ankündigung am Prestige trächtigsten wäre!!! Dann dachte ich:“Lass die Leute an deinen Gefühlen teilhaben. Was bedeutet dieses Projekt wirklich für dich!“ Wollt ihr es wissen?
AAAAAAAHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH! Ich habe gelacht, geheult, geflucht, gehofft, meine Mitmenschen zum Wahnsinn getrieben, gefragt, gescheitert, aufgerafft, verworfen, neu angefangen, geliebt, verflucht, zum Ende gekommen, gemacht, geplant, geglückt, auf den Weg geschickt. Das Alles, in immer wieder unterschiedlicher Reihenfolge. Bitte verzeiht mir, wenn ich dadurch meinen Blog etwas vernachlässigt habe. Dafür gibt es jetzt ein ganzes Buch!

Und für alle Sparfüchse und die sich nicht entscheiden können: Das e-Book gibt es nur heute bei Amazon zum Nulltarif!!! ❤

https://www.amazon.de/dp/1521133034/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1493015459&sr=8-2&keywords=pina+blum

Wenn Patch nicht workt

Beim Patchwork, auch Flickenwerk genannt, werden kleine oder größere Stücke aus Soff, Leder, Filz, Pelz, Gewebe aus Seide, Leinen und ähnlichem zu einer größeren Fläche aneinander oder aufeinander zusammengenäht. Ob sie wirklich zusammenpassen oder wollen, können sie nicht äußern, das entscheidet der Patchworker.

Da mittlerweile fast jedes zweite Ehepaar geschieden wird und oftmals Kinder beteiligt sind, kommt nunmehr immer mehr die Patchworkfamilie in Mode. Zwei völlig fremde Familen flickt und schustert man zusammen, denn wat mutt, dat mutt. Wohnt man nah beieinander, werden im Wechselmodell wöchentlich die Kinder ausgetauscht, Stief- und leibliche Kinder verstehen sich, spielen zusammen Ball und gucken abends zusammengekuschelt Sandmännchen. Man trifft sich am Wochenende zum gemeinsamen Grillen und Ex-Mann und neuer Freund schlabbern gemeinsam ein Bierchen, während Ex-Frau und Freundin bei einem Prosecco Rezepte tauschen.

So, oder so ähnlich habe ich mir das vorgestellt. Ich habe es jedenfalls für alle Beteiligten gehofft. Ich würde davon allerdings niemals betroffen sein, denn mein Mann und ich würden mit 70 noch zusammen sein und hädchenhaltend auf einer Parkbank sitzen und unseren Enkel beim Spielen zuschauen. Genau so würde es sein.

Doch dann war plötzlich alles ganz anders. Mein Mann war plötzlich nicht mehr mein Mann und ich fragte mich, ob ich auch irgendwann mit ihm durch die Fußgängerzone gehen würde, um ihn dafür fertig zu machen, dass ich mein halbes Leben lang unglücklich gewesen bin. Würde ich ihm morgens in den Kaffee spucken und meine einzige, verbliebene Freude wäre es, ihm zuzuschauen, wie er ihn trinkt?

Dann verliebte ich mich, keine Affäre oder Liebelei. Ich verliebte mich in einen Menschen, der all das in mir sehen konnte, was ich selbst nicht mehr sah. Was danach folgte, war weder Patch noch work, es war nur Hope for Staying Alive. Kampf, Hass, Trauer, Vorwürfe, ein Ziehen und Hacken in jede Richtung, die wehtut und dabei waren Kinder, die man mit allen Mitteln von diesem sinkenden Familienschiff zu retten versuchte. Oftmals saß ich weinend im Schrank, damit meine Kinder nicht davon wach wurden. Keine Zeit zu trauern, denn sie beobachten dich. Wenn Mami jetzt nicht funktioniert oder einbricht in ihrer Angst und den Gefühlen, zieht sie die Kleinen mit sich. Weiter, weiter, bloß nicht nachdenken und wie soll man da die neue Liebe kosten und frei zusammenwachsen? Gefühlt oftmals völlig aussichtslos.

Doch wenn du fühlst, dass es sich lohnt, stehst du wieder auf, gehst weiter um erneut zu fallen, bleibst schon etwas länger stehen, hörst wieder Lachen und ein freies Atmen, wirst geschubst und fängst manchmal noch an zu treten. Doch ganz zum Schluss, nach sehr viel Zeit, hast du es geschafft, die Nähte halten und die Flicken passen wie von Zauberhand zusammen und endlich workt das Patch! Immer? Nein, nicht immer! ❤

© Sunny Möller

Zur Info

Stieffamilie (ahd. stiof-, ‚hinterblieben‘, ‚verwaist‘) ist eine Familie, bei der mindestens ein Elternteil ein Kind aus einer früheren Beziehung in die neue Familie miteingebracht hat. Im Rahmen der soziokulturellen Veränderungen der Lebensformen wurden gegen Ende des 20. Jahrhunderts auch nichteheliche Lebensgemeinschaften und Familien mit Pflegekindern in der soziologischen Literatur unter diesen Begriff gefasst.

Eine alternative Bezeichnung für diese moderne Definition ist Patchworkfamilie[4] (engl. patchwork, ‚Flick-‘, ‚Stückwerk‘) bzw., vollständig aus dem Englischen übernommen, Patchwork-Family.

Begriffsursprung:

von stief, mit der ursprünglichen Bedeutung: beraubt, verwaist

© Wikipedia, Duden

Kein Respekt vor dem Alter…

Ich habe Respekt vor Menschen und wenn sich jemand wie ein Arschloch benimmt, dann ist mir das Alter so ziemlich egal. „Sunny, wie kannst du so denken? Älteren Menschen sollte man immer den nötigen Respekt entgegen bringen!“ Warum? Weil er alt ist und nur noch ein paar Jahre hat? Was bezeichnen wir als den nötigen Respekt? Dass ich ignoriere, wenn sich ein älterer Mensch total daneben benimmt? Dieses Geschäft ist mit mir nicht zu machen. Wo wir in diesem Zusammenhang auch gleich zum Thema Ehe kommen. „Ihr jungen Leute steckt viel zu schnell den Kopf in den Sand und trennt euch gleich. Wir haben früher noch zusammengehalten! Da ist man nicht gleich weggelaufen!“ Ich halte auch nichts davon, bei jeder Kleinigkeit die Flucht zu ergreifen, aber ich halte ebenso wenig davon in einem Leben stecken zu bleiben, was mich zutiefst unglücklich macht. Heute zum Beispiel traf ein solches Durchhaltepärchen, wie ihr sie bestimmt alle schon einmal erlebt habt. Beim Einkaufen, in der U-Bahn, im Café oder in der Fußgängerzone irgendeiner Stadt.

Er:“Nun geh doch mal etwas schneller. Dauernd bleibst du stehen und guckst dir diesen Blödsinn in den Schaufenstern an.“

Sie:“Für mich ist das aber kein Blödsinn. Ich liebe unsere Einkaufsbummel durch die Stadt.“

Er:“Ja, ja und der Alte kann zahlen für irgendwelchen Tinnef, den niemand haben will.“

Sie:“Mir macht es aber Freude!“

Er: „Und mir macht es Freude, wenn du mal wieder Sauerbraten machst!“

Sie:“Davon musst du ständig furzen!“

Er:“Da brauch ich dich nur anzugucken, davon krieg ich auch schon Blähungen!“

Sie:“Warum sagst du denn sowas? Du verdirbst mir den ganzen Ausflug!“

Er:“Und du verdirbst mir mein ganzes restliches Leben!“

Sie:“Ich mach dir ja deinen Sauerbraten!“

Er:“Geht doch. Dann kauf dir eben noch so einen bescheuerten Kerzenhalter!“

Sie:“Wir müssen noch zur Drogerie, deine Windeln sind alle!“

Er:“Tena Men heißen die! Kannst du vielleicht noch lauter reden?“

Sie:“Tena Men, Tena Men, Windel bleibt Windel und ich hab keine Lust immer deine voll gestrullten Schlüpfer zu waschen!“

Er:“Können wir jetzt zum Schlachter?“

Respekt vorm Alter? Das Alter hat auch nicht immer Respekt vor uns und wir nicht füreinander. Dafür bin ich, denn Respekt ist alterslos!

© Sunny Möller

Freundschaft Oldschool

Vor sehr langer Zeit habe ich versucht, ein klassisches Freundschaftsbuch durch die Welt zu schicken. Ich hatte damals einen Aufruf bei Facebook gestartet. Ich bin kläglich gescheitert, da das Buch „verloren“ 😡gegangen ist. Ich möchte an dieser Stelle Florian Seyfarth, Sina Günther und Sandra Bergfeld danken, die mir gezeigt haben, das das Projekt klappen könnte. Ole Popp hat mich ermuntert, es noch einmal zu versuchen! Also los, lasst die Freundschaft beginnen! Wer mitmachen möchte bei diesem spannenden Projekt, Mail mit Adresse an sunny2009de@yahoo.de. Ich bin gespannt, wie weit wir kommen und wohin wir kommen. Ich glaube an unsere Blogger-Community! Ich glaube an euch! Die Buchreise wird hier natürlich dokumentiert und jeder Freundschaftseintrag wird hier vorgestellt, samt Mensch und Blog! 💋

Guten Morgen politische Welt!

Guten Morgen, guten Morgen politische Welt!

Da ich ja ungern die Meckertante vom Dienst sein will und bevor auch ich anfange, die Flüchtlinge für die hohen Knoblauchpreise zu beschimpfen, versuche ich mich jetzt mal ein bisschen politisch schlau zu machen!

Das ist wichtig, schließlich ist ja dieses Jahr auch Bundestagswahl. Da ich in der Schule im Politikunterricht entweder Zettelchen mit Jungs geschrieben habe (ja, ich komme aus dem Zettelschreibzeitalter) oder einfach nur körperlich anwesend war, sei mir ein recht reduziertes Wissen verziehen.

Google wird´s schon richten. Zuerst versuche ich das Parteiprogramm der SPD runter zu laden. Das neue für dieses Jahr wurde noch nicht herausgegeben (warum nicht, bei der Länge brauch ich schließlich ein halbes Jahr, um es zu verstehen) und das „alte“ gibt es sowohl in normal, einfacher Sprache und sehr einfacher Sprache?!

Bei der AfD umfasst das Wahlprogramm nur zwei Sätze: „Deutschland den Deutschen, Ausländer sind doof!“ Leider kann ich aber das Wahlprogramm auch in der einfachsten Form nicht sichtbar machen. „Bad Gateway“ kommt da immer! Echt jetzt? Da legt man schon mal die InTouch weg und will sich politisch informieren und schon wird man ausgebremst. Das geht so nicht, liebe SPD, ich interessiere mich für euch!

Was ich allerdings aufrufen kann, sind mögliche Kandidaten für 2021. Kommt schon, Kandidaten in Warteschleife und kein Programm? Ready, steady, goooo, meine Lieben. Bei der CDU ist alles abrufbar, is aber nicht so schwierig, die ändern ja auch nix. Mehr Geld für Bildung, bla, gerechte Bezahlung, bla bla, Chancengleichheit, bla, bla, Mülltonne. Den Anfang in leichter Sprache fand ich so dämlich, dass ich erst gar nicht weiter gelesen habe. Kostprobe? Bitte:

Erklärung:
Das sind die wichtigsten Dinge
aus dem Wahl-Programm.
In Leichter Sprache.
Aber nur das Original-Wahl-Programm ist wirklich gültig.
Was auch noch wichtig ist:
Wir schreiben hier immer nur die männliche Form.
Zum Beispiel:
Wir schreiben nur: Lehrer.
 Und nicht:
Lehrer und Lehrerinnen.
Wir meinen aber auch alle Frauen. Das machen wir,
weil man den Text
so besser lesen kann.

Echt jetzt?

(c) Sunny Möller

TÄUSCHUNGSMANÖVER TEIL 8 – AUF DER SUCHE NACH MR. RIGHT ODER SO ÄHNLICH – HEUTE: Mr. Right

(c) fotolia

Nachdem wir uns jetzt mal querbeet durch die Männerwelt gesucht haben, um den einen, den wahren, den ultimativen Traummann zu finden, ist mir siedend heiß etwas durch den Denkapparat geschossen. Geht es denn beim Mann der Träume vornehmlich um Sex? Was ist mit gleichen Interessen, die das Zusammenleben sicherlich nicht unwesentlich auszeichnen. Ist Sex denn wirklich so wichtig?

„Also egal wie heftig wir uns streiten, nach dem Versöhnungssex kriegen wir alles wieder hin!“

Wer kennt diesen Satz nicht? Und wer kennt diese Sätze nicht? „Sex ist doch nicht das Wichtigste in einer Beziehung!“ oder „Orgasmus? Finde ich völlig überbewertet! Es ist doch einfach schön nur so zu kuscheln!“ Dieser Satz kommt vornehmlich von Frauen und wenn ich den höre, denke ich jedes Mal:“Ok Schätzchen, du hattest noch nie einen, du weißt also nicht, was du verpasst!“ Lange Rede, kurzer Sinn, wir haben ihn gefunden, unseren Mr. Right und ob ihr´s glaubt oder nicht, das Spektakuläre kann so einfach sein. Und wenn ihr mich nach dem Stellenwert von Sex in einer Beziehung fragt, so würde ich ihn, sofern er gut ist, niemals ans Ende der Beziehungswünsche stellen. Vorhang auf für Mr. Right!

„Sorry Süße, ich bin zu spät!“

Ich stolpere in unser Lieblingscafé. Bettina sitzt in einem großen Ohrensessel. Sie hat sich die Schuhe ausgezogen, die Füße ebenfalls mit auf den Sessel gezogen und schlürft an einem großen Chai Latte. Sie lächelt mich beseelt an.

„Hast du was geraucht?“

Sie war nicht einmal annähernd empört und guckte mich noch bekiffter an.

„Nein. Viel besser. Ich habe ihn gefunden, den perfekten Mann. Gott, ich habe mich total in ihn verliebt!“

Da dieser Ausspruch von ihr schon des öfteren kam, nahm ich ihn nicht sonderlich ernst und bestellte mir einen Milchkaffee. Sie hörte nicht auf zu grinsen. Langsam wurde ich doch neugierig.

„Jetzt erzähl schon. Wer ist es und was kann er, was die anderen nicht konnten?“

„Wir haben geredet!“

„Wie geredet?“

„Na ja, über Sex!“

Ich sehe schon meinen nächsten Blogtitel vor mir: „Der Erzähler“

„Ihr habt nur darüber geredet?“

Sie genoss es, mich zappeln zu lassen.

„Er heißt John und das erste, was er mir gesagt hat, als das Sexthema angeschnitten wurde, war: Ihr seid selber schuld. Mit dieser ganzen Vortäuscherei verarscht ihr euch nur selber! Und dann hat er mich gefragt, wie ich es haben will! Weißt du Sunny, er hat mich gefragt wie ich es haben will! Ich dachte, Männer wissen sowas!“

Das erste Mal fragte ich mich, woher sie das wissen sollten. Aus Pornofilmen, aus schlauen Männermagazinen, aus Gesprächen mit Freunden? Unnötig zu erwähnen, dass kein Mann mit einem anderen über Sex redet. Höchstens, wieviel Ritzen sie schon in ihren Erfolgsbalken gehobelt haben. Oder vielleicht von uns?

„Na ja, wir reden vielleicht mit der besten Freundin drüber, aber mit einem Kerl? Da schämen wir uns immer noch wie unsere Omis vor 50 Jahren.“

Sie nickte eifrig.

„Genau! Ich wusste gar nicht, was ich sagen sollte. Ich konnte mich doch wohl kaum nackt vor ihm ausbreiten und ihm meine erogenen Zonen vorstellen!“

„Und was hast du gemacht?“

Sie räusperte sich.

„Mich vor ihm nackt ausgebreitet und meine erogenen Zonen vorgestellt…!? Dann sollte ich seine Hand führen und er hat meine Hand genommen und dann….“

Ich schaute sie gespannt an.

„Und dann???“

„Hatte ich den besten Sex meines Lebens! Ich habe nicht gedacht, dass das so unkompliziert sein kann. Wir quatschen über alles, Sex ist mittlerweile ein öffentliches Thema, aber dass es für jeden eigentlich ein persönliches Thema ist, vergessen alle. Wir sprechen weder aus, was uns gefällt, noch was uns nicht gefällt. Am Ende rammeln wir mainstreamartig auf einander rum. Mann kommt, Frau nicht, Mann in diesem Fall einfach gestrickt, Frau nicht. Mann halbwegs befriedigt, Frau nicht. Lösung: Anfassen mit Ansage. Als wir angefangen haben, habe ich erst gar nichts gesagt und als er mich küsste und mir ins Ohr flüsterte: Ich mag es, wenn du mit der Hand meine Leiste entlang fährst und deine Fingerspitzen meinen Schwanz berühren. Ich glaube, ich bin knallrot angelaufen. Im ersten Moment war mir das so peinlich, aber gleichzeitig hat es mich so heiß gemacht, dass ich ihm gesagt habe, dass ich total drauf stehe, wenn jemand an meinen Nippeln knabbert….“

Sie fing an zu kichern. Ich war verblüfft. Klar sollte man die Interessen, Charaktereigenschaften, etc. nicht außer acht lassen, aber wenn’s darum geht, im Bett auf seine Kosten zu kommen, ist reden Gold und schweigen ein Täuschungsmanöver! Dann mal los. Falls ihr noch nicht fündig geworden seid, euer Mr. Right ist irgendwo da draußen und will wissen, wie er´s machen soll!

In diesem Sinne, danke, dass ihr mich begleitet habt auf dem Weg zu Mr. Right und ich wünsche uns allen viel Liebe und noch besseren Sex!

(C) Sunny Möller

TÄUSCHUNGSMANÖVER TEIL 7 – AUF DER SUCHE NACH MR. RIGHT ODER SO ÄHNLICH – HEUTE: Ed von Schleck

„Das ist wirklich bis jetzt der tollste Typ, den ich kennengelernt habe. Er sieht toll aus, hat einen coolen Job als Texter und achtet voll auf weibliche Bedürfnisse! Es ist wirklich richtig schön, alles in allem.“

Bettina und ich saßen mal wieder in unserem Lieblingscafé Und unterhielten uns über ihre neue Errungenschaft. Bei dem alles in allem wurde ich hellhörig.

„Aber irgendetwas gefällt dir doch nicht. Ward ihr schon im Bett?“

„Sunny, ich kenne Ben jetzt seit einem Monat. Klar läuft da schon was.“

Euphorisch klang anders.

„Und? Ist es gut!“

Sie nahm einen ziemlich zeitaufwendigen Schluck Milchkaffee. Dann schaute sie mich etwas ratlos an.

„Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr weiter. Vielleicht bleibe ich auch einfach alleine und kauf mir ne Katze. Ich hab mich wirklich richtig in Ben verliebt, aber ich hätte nach dem Küssen schon wissen können, dass wir vielleicht nicht optimal zusammen passen.“

„Wieso?“

„Er ist ein Spucker!“

„Wie Spucker?

„Beim ersten Kuss ging es ja noch, da ist mir das gar nicht so aufgefallen, aber der sabbert wie ein Irrer. Er beschränkt sich nicht darauf meinen Mund zu küssen, sondern leckt in weiträumigen Bewegungen rund um den Mund herum und zwar mit breit ausgestellter Zunge. Er hat sogar an meinen Augen rumgelutscht. Wenn ich ihn dann einfach packe und „normal“ küssen will, hab ich das Gefühl, auf mich rollt eine Speichelwelle zu. Ich putze mir tatsächlich zwischendurch den Mund mit dem Ärmel ab, sofern ich noch Klamotten anhabe.

Ich dachte gerade daran, was da so alles drin rum schwimmt. Klar, furztrocken küssen wäre auch komisch, aber mit Mund abputzen?

„Na und der Sex? Man sagt ja, schlechte Küsser sind auch schlecht im Bett!“

Sie guckte so, als würde sie sich gleich erst einmal einen Sekt bestellen, um meine Fragen besser zu verkraften.

„Keine Ahnung!“

„Wie, keine Ahnung!“

„Ich seh ihn kaum. Er leckt mich.“

„Häähhh?“

„Na ja, er klemmt ständig zwischen meinen Beinen. Erst leckt er meine Beine ab, dann leckt er meinen Bauch ab und nach diesem Feuerwerk an Leckerei, geht es zwischen den Beinen los. Ich weiß nicht, welche Aussage Männer zu dem Schluss haben kommen lassen, Frauen stehen total auf Lecken. Tun wir ja auch, aber doch nicht stundenlang. Wenn er wenigstens noch seine Finger mit zum Einsatz gebracht hätte, aber nein, eine halbe Stunde Zungenspitze an Kitzler. Und ja, ich habe gestöhnt und geschrien, weil meine erogene Zone einer offenen Wunde entgegen sah. Ich war froh, dass er wenigstens die Decke über den Kopf gezogen hatte. Ich hab kurz bei Facebook meine Nachrichten gecheckt.“

„Das soll doch wohl ein Scherz sein!?“

„Ich wünschte, es wäre so. Der hat doch nichts mitbekommen. Komisch, das war so ein bisschen ein Gefühl wie bei der zersägten Jungfrau. Ober- und Unterkörper hatten keine Verbindung mehr. Entweder er hat sich so in Ekstase geleckt oder er hat sich dabei einen runtergeholt. Er sah hinterher ziemlich zufrieden aus.“

„Aber warum machst du nicht deine Klappe auf und sagst ihm, dass das alles nicht so dein Ding ist?“

Sie sah mich etwas verstört an.

„Die Frage stelle ich mir auch andauernd. Ich kann das einfach nicht, manchmal glaube ich, ich weiß selber gar nicht so richtig, worauf ich stehe. Ich will ihn auch nicht als Niete hinstellen, vielleicht liegt es ja an mir. Wenn du mich fragen würdest worauf Männer so stehen, fällt mir ehrlich gesagt auch nur eine erogene Zone ein, die mit Vögeln und Blasen rundum versorgt ist. Männer reden da nicht gerne drüber?

Ist das unser Problem? Kann es unseren Mr. Right gar nicht geben? Haben wir so wenig Kontakt zu unserem Körper, dass wir gar nicht wissen, was er will und wie er es will? Und was macht unseren Partner heiß? Ist Bettinas Annahme wirklich richtig und so simpel? Wir haben 2017 und reden immer noch nicht offen über unsere sexuellen Bedürfnisse? Stattdessen rennen wir angesäuselt in „Shakes of Grey“ und vergnügen uns kichernd wie kleine Mädchen, die etwas Verbotenes tun, auf Dildo- und Dessouspartys. Trotzdem erleben ca. 60 Prozent aller Frauen nie einen Orgasmus, leiden unter Orgasmusstörungen! Echt jetzt? Ernsthaft? Die Welt verkommt immer weiter zur zeigefreudigen Pornobühne und wir werden sexuell immer frustrierter?

Keine Angst! Der Richtige ist unterwegs! ❤

(C) Sunny Möller

Ich werde nicht älter…..

….das Licht wird nur schlechter.

Ich weiß gar nicht genau, wann das angefangen hat. Wann ich das erste Mal über das Älterwerden nachgedacht habe. Ist noch gar nicht so lange her. Ich glaube, es war auf einer dieser Ü-30 Partys, bei denen man ab 30 keinen Eintritt mehr bezahlen muss. Hat ja irgendwie was Bedürftiges. Auf jeden Fall, hatte ich schon meinen Ausweis gezückt, weil ich jedes Mal auf diesen Partys hörte: „Süße, 30 bist du doch noch nicht. Ausweis bitte!“

Ich wollte dem Kassierer schon mein Altersdokument entgegenstrecken, da winkte er mich einfach durch. Er winkte mich einfach durch. Es war wie bei der Warenkontrolle am Fließband, ich kam nicht in die gute Kiste der Qualitätsprodukte. Ich fiel in den Sack für die 1-Euro-Märkte. Irgendwie war der Partygenuss für diesen Abend etwas getrübt.

Zwei Tage später war es dann soweit. Meine Nivea-Creme wurde durch ein „Q10-Hyaluronsäure-Mission-bügelglatt-Produkt“ ersetzt. Es wurde ab sofort nicht mehr gecremt, es wurde eingeklopft.

Gestern hatte ich dann noch einen Termin beim Hautarzt. Ich gehe ja überhaupt nicht gerne zum Arzt…..kaum zu glauben, nach den letzten beiden Geschichten. Aber wie das so ist, mit dem Älterwerden. Die Einschläge kommen schneller. Es sollte nur eine Vorsorgeuntersuchung werden. So etwas wie mich nennt man überproportional pigmentiert. Muttermale und Sommersprossen geben sich die Klinke in die Hand, um auf meinem Körper ein lustiges Rätselbild zu entwerfen. Frau Doktor kam mit Lupe. Ich hatte viele Fragen.

„Das Muttermal an meinem Hals stört mich ein wenig. Kann man das wegmachen lassen?“

Ein vergrößertes Augen schmunzelte mich an.

„Das ist kein Muttermal! Das ist ein Altersfleck!“

„WAAAAASSSSS?“

„Keine Angst, das haben auch schon ganz junge Frauen!“

Sie wollte mich nur trösten.

„Also, das sieht alles gut aus. Kann ich sonst noch was für Sie tun?“

„Was kostet es eigentlich, wenn Sie mir Hyaluronsäure spritzen?“

Sie zog die Riesenlupe erneut an ihr Auge. Sie kam näher. Sie machte hmm, hmm, hmmm…und pffffff…….und ja, ja. Sag jetzt schnell was, Frau Doktor, sonst buche ich ein komplettes Facelifting und lass mir die Haut hinter die Ohren ziehen.

„Also Sie haben ja noch ein sehr junges Hautbild für Ihr Alter! Wir sprechen hier von einer beginnenden Faltenbildung. Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, mit der Behandlung anzufangen. Haben sich erst Faltennarben gebildet, wird es schwer, ein junges Aussehen wieder herzustellen.“

„Wieviel?“

„Also für die Nasolabialfalten und die Glabellafalten brauche ich zirka zwei Ampullen. Da liegen wir ungefähr bei 600 Euro! Nach der dritten Anwendung kommen die Falten nicht mehr wieder!“

Das würde also bedeuten, ich sehe mit 80 noch aus wie Mitte 30, zumindest solange ich angezogen war und nur mein Gesicht aus der Kleidung guckte.

Ich verließ die Praxis mit einem Prospekt und einem neuen Termin. Ich nannte es Projekt „Jungbrunnen“!

Als ich mittags meinen 9-jährigen Sohn von der Schule abholte, fiel er in meine Arme und sagte:

„Mami, du bist ja echt noch ein heißer Feger! Du siehst aus wie 18!“

Fast hatte ich vergessen, wie unwichtig als Kind die Zeit, das Alter war.

Zuhause stellte ich mich vor den Spiegel. Ich schaute mich an. Du hast viel erlebt, das sieht man. Hinter der Erfahrung, das junge, naive Mädchen, erkennt man. Ich lächelte mich an! „Du siehst so jung aus, Sunny!“

…….gut, ich hatte vergessen, das Licht anzumachen, aber wer wird denn so kleinlich sein?

© Sunny Möller

Grauzonen

Unvermittelt packt er mich, legt mich übers Knie und dreht sich mit einer fließenden Bewegung so, dass mein Oberkörper auf dem Bett liegt, dann schwingt er sein rechtes Bein über meine Schenkel und drückt mich mit der linken Hand nach unten, so dass ich mich nicht bewegen kann. Ach du Scheiße!

„Leg beide Hände neben deinen Kopf“, befiehlt er. Ich gehorche. „Wieso tue ich das, Anastasia?“, fragt er. „Weil ich die Augen verdreht habe“, presse ich mühsam hervor. „Darf man so etwas tun, was meinst du?“ „Nein.“ „Wirst du es noch einmal tun?“ „Nein.“ „Künftig werde ich dich jedes Mal versohlen, wenn du es tust, verstanden?“

Im Zeitlupentempo zieht er mir die Jogginghose herunter. Wie entwürdigend! Es ist entwürdigend, Angst einflößend und wahnsinnig erotisch zugleich. Mir schlägt das Herz bis zum Hals. Ich bekomme kaum noch Luft. Ob es wehtun wird?

Er legt seine Handfläche auf mein nacktes Hinterteil, tätschelt und streichelt es zärtlich. Dann ist seine Hand plötzlich verschwunden… und er schlägt zu. Und wie! Au! Meine Augen quellen beinahe aus den Höhlen vor Schmerz.

(Shades of Grey-Geheimes Verlangen/ E.L. James)

 

Ach du Scheiße! Seit Wochen höre ich es von allen Seiten. „Hast du Shades of Grey gelesen? Das ist der Hammer! Das macht total süchtig! Noch viel besser als die Twilight Romane!“

An dieser Stelle hinkt allerdings der Vergleich, weil hier ein zahnloser Glitzerblutsauger mit einem Lord of Fuck verglichen wird. Immerhin war ich neugierig geworden. Als ich mit dem Buch an der Kasse stand, lächelte mich die Verkäuferin wissend an. „Der Hammer, sag ich Ihnen!“

Ich klappe den Hammer zu! Über achtzig Prozent der Leser dieses Buches sind Frauen. Weites gehend emanzipierte Frauen wie ich, wenn man den Umfragen trauen darf. Dieser Roman hat allerdings überhaupt nichts mit Selbstbestimmung zu tun. Und trotzdem, auch ich habe ihn verschlungen und mich bei der Überlegung ertappt, ob mir diese Popohauerei irgendwie gefallen würde.

Erst letzte Woche saß ich mit einigen Freundinnen zusammen und wir sprachen über die Attribute des wahren Traummannes. „Humor muss er haben!“ „Rücksichtsvoll sollte er sein!“ „Zärtlichkeit ist mir ganz wichtig!“ „Bloß nicht so einen Macho!“ Diese Freundinnen sind große Fans von „Shades of Grey“!

Hauptdarsteller Christian Grey hat ja auch alle erwünschten Eigenschaften! Er ist ein mega erfolgreicher Geschäftsmann mit den längsten Wimpern, dem perfektesten Körper, dem charmantesten Lächeln, dem vollkommensten Benehmen und dem größten Schwanz!

Wer jetzt allerdings auf eine Romanze a la Rosamunde Pilcher hofft, sollte bei der Textprobe schon eines Besseren belehrt worden sein. Mr. Grey schließt Verträge mit seiner Gespielin, zwischen Sub und Dom (Sklavin und Meister). Regeln werden aufgestellt, was SIE essen darf, wie lange SIE schlafen muss, welche Kleidung SIE tragen soll und wann SIE frisch gewachst, gefesselt und breitbeinig vor ihm liegen soll. Seine Pflichten bestehen nur darin, sie zärtlich zu erniedrigen und es ihr anschließend so richtig zu besorgen. Und Anastasia und alle Leserinnen betteln nach mehr!

Ich frage Euch, müssen wir unser Weltbild verrücken? Wären Ehen und Beziehungen glücklicher und befriedigender, wenn uns die Jungs ab und zu den Po versohlen würden? Wollen wir hin und wieder beherrscht werden, eintauchen in die verbotene Grauzone des Frauseins?

© Sunny Möller