Blau und Weiss

Ungebändigt steht sie da,
Tod und Leben ziemlich nah,
verbrennt sorglos jede Last,
denkt nicht einen Bruchteil des Moments,
an das was kann, was ist, nicht einmal fast.
Und fragst du dich, wo brennt’s?
Im Innern wünscht ich,
blau und weiß,
brenn für mich,
mach Kaltes wieder heiß.

(c) Sunny Möller

Märchenwald

Sinneszelle, Muskelzelle,
Drüsenzelle, die Synapsen,
die vertrackten, takten
und verknüpfen sich zum Feuerwerk im Schattenspiel,
Autobahnen der Gefühle, Stoppschild an der Logikkreuzung,
klopfen Nervenzellen an der Ruhe, rechtes Hirn quält linke Seite,
volle Breite, mach ich nicht, will ich nicht,
zieh den Stecker mit Dionysos. Freude schöner Götterfunken.
Verkehrsberuhigung in Sekunden, ein paar Stunden Märchenwald.

(c) Sunny Möller

In Schubladen denken….

Wenn ich an das Denkarium bei Harry Potter denke, wünschte ich, ich hätte eins. Wie oft denke ich darüber nach, mir Erinnerungen, Erlebnisse oder Gedanken und Ideen, kaugummiartig aus den Hirnwindungen ziehen zu können und sie bei Bedarf zu reaktivieren.

Ich könnte meine ersten Schritte erleben, die erste Liebe aufgewärmt verspüren, meine Kinder zum ersten Mal sehen, immer mal wieder und wieder und wieder. Alle Erlebnisse, egal wie jung oder alt, sind gespeichert, ein Leben lang und noch danach. Wie eine Filmbibliothek der Emotionen. Denn was ich nicht mehr erzählen kann, aus welchen Gründen auch, wird weitergehen, ein sprechendes Buch der Bilder.

Mein Denkarium wäre ein Schrank mit tausend Schubladen, beschriftet natürlich, selbst in meiner Phantasiewelt muss irgendeine Ordnung herrschen. Es wird in Genres eingeteilt, sortiert nach Wichtigkeit. Plötzlich wär mein Kopf frei, viel leichter, denn den Ballast des Alltags packe ich in einen extra Schrank oder in zwei oder drei. Den mit den schlechten Erinnerungen verbanne ich in die letzte Ecke und der Termin- und Pflichtschrank hat einen Selbstständigkeitsbutton und bahnt sich einen Tag vorher seinen Weg zurück ins Hirn.

Ein Geschichtenschrank wäre auch dabei, für meine und deine und auch deine. Du kannst vorbeikommen, dann finden wir sie wieder und wieder und wieder….

© Sunny Möller

Emma´s Welt und die Liebe

(c) natasha_chatkova

Emma: „In der Liebe kannst du nicht schummeln!“

Ich: „Aber du kannst doch so tun, als ob du jemanden liebst!“

Emma: „Warum sollte man das tun?“

Ich: „Keine Ahnung, aber auch in der Liebe gibt es Lug und Trug.“

Emma: „Ich habe das nur einmal gemacht!“

Ich: „Echt? Wann?“

Emma: „Als ich letzte Woche bei Oma gegessen habe. Es gab Rosenkohl. Ich hasse Rosenkohl. Aber ich habe ihn gegessen, weil ich sie lieb habe. Dann hab ich auf ihren neuen Teppich gekotzt. Das fand sie schlimmer, als ihren Rosenkohl doof finden.

Ich: „Also ist Schummeln in der Liebe zum Kotzen?“

Emma: „So ungefähr!“

© Sunny Möller