Sunny Möller ist Pina Blum

Out now! Neuerscheinung! Debüt-Roman einer Bloggerin! Seit gestern zerbreche ich mir den Kopf darüber, welche Ankündigung am Prestige trächtigsten wäre!!! Dann dachte ich:“Lass die Leute an deinen Gefühlen teilhaben. Was bedeutet dieses Projekt wirklich für dich!“ Wollt ihr es wissen?
AAAAAAAHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH! Ich habe gelacht, geheult, geflucht, gehofft, meine Mitmenschen zum Wahnsinn getrieben, gefragt, gescheitert, aufgerafft, verworfen, neu angefangen, geliebt, verflucht, zum Ende gekommen, gemacht, geplant, geglückt, auf den Weg geschickt. Das Alles, in immer wieder unterschiedlicher Reihenfolge. Bitte verzeiht mir, wenn ich dadurch meinen Blog etwas vernachlässigt habe. Dafür gibt es jetzt ein ganzes Buch!

Und für alle Sparfüchse und die sich nicht entscheiden können: Das e-Book gibt es nur heute bei Amazon zum Nulltarif!!! ❤

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Im Regen

Erdrückend die Wärme,
spüre und erahne den Regen,
höre ihn kommen,
halte den Fuß über die Spur,
nasses Gleiten zwischen den Zehn,
wage mich vor, nur noch ein wenig,
Blick geht nach oben,
sind keine Tränen,
sanft und warm,
ist nur der Regen.

(c) Sunny Möller

Sehnsucht

Sehnen und Suchen
wird fälschlicherweise
gedeutet als die Sucht und dem Sehn‘.
Doch suchst du nur sehnlichst,
nach Menschen, die neben dir stehn.

(c) Sunny Möller

Frei

Frei, mit der Angabe von Zeit.
Frei, ohne Entscheidung die Entscheidung.
Frei, zu wählen, was nicht zählt.
Frei, in den Zwängen sich zu suhlen.
Frei, für die anderen sich zu fühlen.
Fühlst dich nicht, bist du nichts, nicht frei.

(c) Sunny Möller

Meditation und Wäsche

Meditation vom Lateinischen meditatio, zu meditari „nachdenken, nachsinnen, überlegen“ ist eine in vielen Religionen und Kulturen ausgeübte spirituelle Praxis. Schwupps, sind wir auch schon beim Begriff Spiritualität, was im weitesten Sinne, je nach Frömmigkeit die geistige Verbindung zum Transzendenten, dem Jenseits oder der Unendlichkeit bedeutet. Schwuppsdiwupps der Transzendent. Genaue Definition? Och nö. Ich stehe auf der Terrasse eines wunderschönen Ferienhauses irgendwo in der Toskana. Der warme Wind, gepaart mit einer leichten salzigen Brise vom Meer streichelt meine Haut. Vom Ristorante gegenüber erreichen mich die Klänge italienischer Musik, ich höre oft „Amore“, Liebe. Es geht mir gut. Vor mir steht ein großer Korb, voll mit frischer Wäsche. Handtücher, Badehosen, T-Shirts, Kleider, endlich befreit aus den Untiefen unserer deutschen Kleiderschränke, die dort viel zu selten das Tageslicht erblicken. Die Badehosen, nicht die Schränke. Ich lege Stück für Stück, Teil für Teil, zusammen, lege sie auf Stapel für den richtigen Adressaten und summe stumm „Azzurro“ von Celentano. Nebenan schimpft eine „Nonna“ mit den „Bambini“.

„Sunny, hast du nichts Besseres zu tun, als hier bei dieser brütenden Hitze, Wäsche zusammenzulegen?“

„Pssst. Ich meditiere!“

„Du tust was?“

„Ich meditiere!“

„Was ich sehe, ist Hausfrauenquatsch! Das kannst du zuhause wieder zu genüge machen. Wenn du meditieren willst, geh an einen einsamen Strand!“

Unnötig zu erwähnen, dass man zu dieser Jahreszeit lange suchen muss, um einen einsamen Strand zu finden. Selbst morgens um sieben kommen die ersten Italiener, um einen guten Platz zu reservieren. Da schlafe ich lieber länger. Wer schreibt uns außerdem die Form der Meditation vor? Muss ich Räucherstäbchen entzünden, meinen Hintern auf einen Meditationssack parken oder mir wie ein buddhistischer Mönch die Beine verknoten? Als ob das für mich entspannend wäre…Ich finde meine innere Ruhe im Zusammenlegen frischer Wäsche. Immer die gleichen Handbewegungen, das Ausschütteln der Bettwäsche im Wind, nicht reden müssen, mit mir sein, was ist daran nicht meditativ?

© Sunny Möller

Blau und Weiss

Ungebändigt steht sie da,
Tod und Leben ziemlich nah,
verbrennt sorglos jede Last,
denkt nicht einen Bruchteil des Moments,
an das was kann, was ist, nicht einmal fast.
Und fragst du dich, wo brennt’s?
Im Innern wünscht ich,
blau und weiß,
brenn für mich,
mach Kaltes wieder heiß.

(c) Sunny Möller

Märchenwald

Sinneszelle, Muskelzelle,
Drüsenzelle, die Synapsen,
die vertrackten, takten
und verknüpfen sich zum Feuerwerk im Schattenspiel,
Autobahnen der Gefühle, Stoppschild an der Logikkreuzung,
klopfen Nervenzellen an der Ruhe, rechtes Hirn quält linke Seite,
volle Breite, mach ich nicht, will ich nicht,
zieh den Stecker mit Dionysos. Freude schöner Götterfunken.
Verkehrsberuhigung in Sekunden, ein paar Stunden Märchenwald.

(c) Sunny Möller

In Schubladen denken….

Wenn ich an das Denkarium bei Harry Potter denke, wünschte ich, ich hätte eins. Wie oft denke ich darüber nach, mir Erinnerungen, Erlebnisse oder Gedanken und Ideen, kaugummiartig aus den Hirnwindungen ziehen zu können und sie bei Bedarf zu reaktivieren.

Ich könnte meine ersten Schritte erleben, die erste Liebe aufgewärmt verspüren, meine Kinder zum ersten Mal sehen, immer mal wieder und wieder und wieder. Alle Erlebnisse, egal wie jung oder alt, sind gespeichert, ein Leben lang und noch danach. Wie eine Filmbibliothek der Emotionen. Denn was ich nicht mehr erzählen kann, aus welchen Gründen auch, wird weitergehen, ein sprechendes Buch der Bilder.

Mein Denkarium wäre ein Schrank mit tausend Schubladen, beschriftet natürlich, selbst in meiner Phantasiewelt muss irgendeine Ordnung herrschen. Es wird in Genres eingeteilt, sortiert nach Wichtigkeit. Plötzlich wär mein Kopf frei, viel leichter, denn den Ballast des Alltags packe ich in einen extra Schrank oder in zwei oder drei. Den mit den schlechten Erinnerungen verbanne ich in die letzte Ecke und der Termin- und Pflichtschrank hat einen Selbstständigkeitsbutton und bahnt sich einen Tag vorher seinen Weg zurück ins Hirn.

Ein Geschichtenschrank wäre auch dabei, für meine und deine und auch deine. Du kannst vorbeikommen, dann finden wir sie wieder und wieder und wieder….

© Sunny Möller