TÄUSCHUNGSMANÖVER TEIL 4 – AUF DER SUCHE NACH MR. RIGHT ODER SO ÄHNLICH – HEUTE: Der Feinschmecker

Wer erinnert sich nicht an diesen hoch erotischen Thriller 9 ½ Wochen, als dieser heute eher auseinander operierte Sexgott, Micky Rourke, die wunderschöne Kim Basinger mit Erdbeeren fütterte und sie zum Schluss mit der flotten Biene zu wahren ekstatischen Aussetzern trieb….
Wir waren verzückt, konnten den Honig geradezu schmecken, den Micky von unserer Haut schleckte. Dieser Film wurde unzählige Male als Vorspiel geschaut, hatte nicht ganz das schmutzige Behavior wie ein schlichter Uggaugga-Porno und diente sicherlich dem einen oder der anderen, als Do-it-yourself-Vorlage.

Aber betreiben wir diese Szene doch mal im realen Leben.

In den seltensten Fällen gerät man an einen Spielgefährten wie Micky Rourke in jungen Jahren und hatte er dann den Kühlschrank vollgepackt mit dieser Art von kulinarischen Genüssen?
Oder würde man beim Singlemann eher Gefahr laufen, mit Bier überschüttet und mit Tiefkühlpizza erschlagen zu werden? Selbst wenn er gut vorbereitet sein würde, wie sexy konnte es wirklich sein, im Vorfeld mit einem Potpourri von Wackelpeter und Peperoni vollgestopft, anschließend noch mit Schampus bespritzt und Honig übergossen, gevögelt zu werden?
Eine Mischung aus Schärfe und Klebrigkeit, die in jeder noch so kleinen Ritze hängt, soll uns zu erotischen Höhenflügen treiben? Ich weiß es nicht. Ich stell mir gerade vor, wie ich mit meinem krampfhaft eingezogenem Bauch halb nackt in irgendwelchen Türeingängen tanze…während ein scharfer Peperoni-Pups mit Götterspeisenaroma den Ausgang sucht.

Und gibt es Unterschiede beim Feinschmecker-Sex?

Legt uns der Biobauer, selbst gebackenes Brot auf die Scham, bedeckt unsere Brüste mit unbehandelten Mangoldblättern und füttert uns mit geschrotetem Müsli aus kontrolliertem Anbau und seiner eigenen Mühle? Bei dieser Kombination brauchen wir über die Folgeerscheinungen gar nicht reden.

Und was macht der Yuppie? Austern in die Poritze, während er auf unserem Rücken ein paar Makis vorbereitet? Abgerundet wird das Liebesspiel mit einem Schokoladenfondue zwischen den Brüsten, mit undefinierbaren Früchten wie Kaki und Litschi?

Und was bereiten die neuerdings, ach so hippen Veganer vor? Das könnte schwierig werden, weil ich nicht genau weiß, ob ihre Gurke das Fleisch berühren darf.

Beim Studenten hingegen würde man wahrscheinlich gekörnte Brühe und Dosenravioli in den erogenen Zonen wiederfinden….

Allerdings die Sache mit den Eiswürfeln…..ein erstrebenswerter Kompromiss, in meinen Augen! Sauber und verdauungsfreundlich.

Folgen kann hier, meiner Meinung nach nur…….

Der REINLICHE!

© Sunny Möller

TÄUSCHUNGSMANÖVER TEIL 3 – AUF DER SUCHE NACH MR. RIGHT ODER SO ÄHNLICH – heute: Der Stellungswechsler

Woman question

Der Stellungswechsler ist vorwiegend in seinem natürlichen Lebensraum zu finden. In der Pornoecke der hiesigen Videothek. Obwohl man heute ja schon alles online herunterhol … laden kann. Aber der Stellungswechsler bummelt immer noch gern an den Regalen. Was er sieht, ist seine Realität. Und da es wohl kaum einen dieser Filme gibt, bei der die Protagonistinnen in einer Position verharren und bei jeder noch so akrobatischen Stellung kreischen und jaulen, glaubt der Stellungswechsler, so muss er es seiner Partnerin besorgen. Wenn das bei Dr. Rammel und Schwester Fick Part 186 klappt, dann auch bei Otto Normal!

Meine Freundin Bett…..ach komm, nennen wir sie heute mal Vivien, hatte vor einer Woche so einen Voltigiermeister kennengelernt. Eigentlich fing die Geschichte ganz harmlos an. Ein paar Drinks in einer Bar, sinnlose Gespräche über den Job oder das Wetter.

„Und der konnte küssen Sunny, das war echt der Hammer! Und du weißt ja, was man über Männer sagt, die gut küssen können!“

„Ich schätze das gleiche, wie über Männer die gut tanzen können?“

„Nee, die sind schwul! Gute Küsser sind immer gut im Bett!“

„Und?“

„Also, der Anfang war total gut. Der Otto (so hieß er wirklich) steht irgendwie auf Rollenspiele. Das törnt ihn total an. Ich hab da eigentlich auch nix gegen. Solange ich kein Schulmädchen spielen soll. Er war todkrank und ich war seine Ärztin. Voll spannend. Kannte ich noch gar nicht. Der japste so süß!“

So, so und jetzt würde nach Schwester Fick gerufen….

„Brauchte er eine Schwester?“

„Nein, du Dummi! Ich war doch die Ärztin!“

Cool, Otto hatte den sozialen Aufstieg von Schwester Fick eingebaut.

„Hast du ihn untersucht, Frau Dr. Geil?“

Vivien guckte mich genervt an.

„Nein! Ich war nicht Dr. Geil, so haben wir das nicht gespielt! Das wäre ja total unecht gewesen! Ich war Dr. Vivien und sollte ihn gesund küssen. Und dabei hat er sich und mich ausgezogen, weil er so hoch Fieber hatte.“
Sie hatte recht! Das war um einiges realistischer!

„Alles klar! Konntest du ihn retten?“

„Sehr witzig. Darüber kann ich gar nicht lachen! Mir tut alles weh! Der hat mit mir Stellungen gemacht, von denen ich nicht mal wusste, dass es sie gibt. Erst ganz normal, dann ich oben, dann von hinten, danach vierbeinige Schere, übergangslos in die 69, halbe Rolle in die Seitenlage von schräg unten und danach nochmal ich auf ihm, a la hoppe hoppe Reiter. Dabei hat er ständig an meinem Busen gerüttelt, wie an solchen Buzzern in einer Quiz-Show. Immer, wenn ich mich gerade in eine Position eingelebt hatte, kam die nächste. Und dann brüllte er ständig, ‚DU GEILE KLEINE SAU, KOMM UND HOL´S DIR’. Ich kam mir vor, wie in einem Pornofilm.“

„Warum hast du nicht einfach abgebrochen?“

„Ach, ich dachte, irgendwann geht ihm schon die Puste aus und wir können gemütlich in der Blümchenstellung zum befriedigenden Ende kommen.“

„Hat´s funktioniert?“

„Nein. Bei der letzten Stellung war ich in Schubkarrenposition und er musste von hinten die Ernte einfahren. Da hatte ich endgültig die Nase voll. Also habe ich ihm das vorgespielt, was er offensichtlich brauchte. Habe ihn aufs Übelste beschimpft, noch ein paar Mal vor die Schienbeine getreten und dabei die ganze Zeit geschrien: Ja, Baby, jaaaa, gib mir deinen Hafer!!!! Ich will deinen Hafer! Als er dann kam, fing er vor Glückseligkeit an zu schielen!“

„Hast du ihm deinen Höhepunkt vorgespielt?“

„Nee. Er fragte hinterher nur, ob ich auch gekommen sei!“

„Und was hast du geantwortet?“

„Weißt du Otto, du hast deine Ernte eingefahren und meine Scheune ist jetzt dicht! Erntedank nennt man das wohl, glaub ich! Und dann bin ich gegangen!“

„Siehst du ihn wieder?“

„Bist du bescheuert???“

Wann kommt der Richtige? Wer weiß um unsere Bedürfnisse? WER?

Demnächst…….der Feinschmecker

(c) Sunny Möller

Täuschungsmanöver Teil 2 – Auf der Suche nach Mr. Right oder so ähnlich – Heute: So was von lieb!

Woman question

Du erkennst sie schon am Blick! Sie schauen dich an, wie frisch geborene Hundebabys, die Augenlider von rechts außen leicht nach innen geklappt. Außerdem wirken sie so, als hätten sie den Kamillentee ständig im Anschlag, nur um gegebenenfalls dein Bauchweh zu kurieren. Sie kraulen und streicheln mit einem Minimum an Berührung ständig an dir herum, nur um dir ihre Wertschätzung mitzuteilen. Das kann ja mal ganz nett sein, doch hin und wieder mögen wir auch, wenn Mann zupackt.

Ich wartete auf Bettina, die seit zwei Wochen ihren lieben Kollegen Johannes datete. Ich war mir sicher, dass sie etwas zum Thema beitragen konnte. Ich sah sie schon von weitem. Johannes begleitete sie. Hoffentlich würde er nicht bleiben. Ich sah schon aus der Ferne den welpenvernebelten Blick. Bettina erkannte meinen, Panik verschrobenen Blick.

„Hallo Sunny! Der Johannes wollte mich nur kurz vorbei bringen, damit er weiß, dass ich heile ankomme. Ist das nicht süß?“

„Voll süß, der Johannes!“

Der Johannes lächelte wohlwollend.

„Ach die Sunny wieder, du immer mit deinen Sprüchen! Zum Totlachen.“

Ja, mach doch. Bitte! Hab ich nix gegen. Mir fiel auf, dass bestimmte Leute aus bestimmten Kreisen, gerne einen Artikel vor die Namen packen. Die Sunny ist zum Totlachen und der Johannes fällt einfach nicht um. Ich habe mich immer gefragt, warum das so ist. Brauchen sie diese Genuszuweisung um zwischen Jungs und Mädchen unterscheiden zu können? Artikel bezeichnet man auch als Begleiter. Brauchen sie vielleicht immer Begleiter, begleitet der Johannes deshalb die Bettina? Mist, ich gleite ab. Wollte ja eher etwas übers Besteigen als übers Begleiten schreiben. Johannes und Bettina verabschiedeten sich mit einem Bussibussikussikussi und Bettina ließ sich auf den Stuhl neben mir fallen.

„Und?“

„Was, und?“

„Wie isser so, dein Johannes?“

„Supi!“

Sie bestellte eine Flasche Sekt.

„Echt?“

„Ich bin fix und fertig!“

Wow, wer hätte gedacht, dass der Johannes die Bettina so fordern würde!

„Ist er so gut?“

„Na, wie soll ich sagen. Er ist echt total lieb. Als wir letzte Woche bei ihm waren, hatte er alles perfekt vorbereitet. Kerzen, tolles Essen, das ganze Bett voll mit Kissen dekoriert. Knutschfreudige Musik im Player….aber Johannes wollte die ganze Zeit reden. Über meine Gefühle, über meine Bedürfnisse, über seine Gefühle, über seine Bedürfnisse. Ich muss zuerst ganz in die Seele meiner Partnerin eindringen, bevor ich in sie eindringen kann, Bettina. Was will man denn auf so was antworten? Ich hab ihn dann einfach geküsst!“

„Und? War ihm das zu eindringlich?“

Ich musste innerlich lachen. Was Worte so alles hergeben!

„Er hat dann wenigstens kurz aufgehört zu reden. Aber dann kam dieses stundenlange Gestreichel. Magst du, wenn ich deine Brustwarzen berühre Bettina, magst du, wenn ich deinen Nacken streichel, Bettina, sind die Innenseiten deiner Schenkel empfindlich, Bettina, möchtest du eine Pause machen, Bettina, soll ich dir was zu trinken holen, Bettina? Ich fühlte mich, wie beim Behindertensport. Ich glaube, ich bin zwischendurch auch mal eingeschlafen. Das fand er dann auch schön, weil er so einen beruhigenden Einfluss auf mich hat!“

„Hattet ihr denn Sex?“

„Wie man´s nimmt. Irgendwann hat er sich auf mich gelegt und sich gaaaanz langsam bewegt, fast wie in Zeitlupe. Als ich ihn fragend anguckte, lächelte er und sagte, er wolle mir zarten Person, nicht weh tun. Glaub mir eins, Sunny, bei seiner Schwanzgröße würde er nicht einmal einem Eichhörnchen weh tun.“

Aus den innerlichen, wurde ein äußerliches Lachen.

„Die Frage, ob du deinen Spaß hattest, erübrigt sich dann wohl!“

„Ich habe es schon wieder getan! Vorgetäuscht, meine ich. Aber nach drei Stunden war ich so durchgekrault und untervögelt, dass ich so getan habe, als würde ich kommen. Habe ganz leise gefiept, damit er sich nicht erschreckt!“

„Und jetzt?“

„Muss ich sehen, wie ich ihn loswerde! Der streichelt mich sonst bis aufs blanke Fleisch!“

In diesem Sinne, der Liebe war´s dann wohl auch nicht……

Morgen oder so: Der Stellungswechsler

(c) Sunny Möller

Täuschungsmanöver Teil 1 – Auf der Suche nach Mr. Right oder so ähnlich – Heute: Der Arbeiter

Woman question

Nachdem ich mir das „Shades of Grey“ Thema so einigermaßen erklärt habe, würde mich jetzt doch mal interessieren, wer denn nun unser sexual Mr. Right ist. Das Po versohlen kann ja auf die Dauer auch nicht so das Richtige sein. Warum Täuschungsmanöver? Echt jetzt? Als hätten wir nicht alle irgendwann einmal „Harry und Sally“ gesehen und hätten es selbst schon mal praktiziert. Seitdem weiß sogar die männliche Bevölkerung, ja, Frauen täuschen den Orgasmus vor. Manche hin und wieder, andere ständig! Da dachte ich, warum nicht mal die unterschiedlichen Typen vorstellen, die uns so zum Vortäuschen bringen. Vom Arbeiter zum Richtigmacher. Wobei der letzte zum Schluss kommt. Im doppeltem Sinne!

So erzählte mir eine Freundin gestern von ihrer neuen Errungenschaft. Nix Handtasche, nix Schuhe, Mann!

„Weißt du Sunny! Der Typ war echt heiß! Konnte gut tanzen, du weißt ja, was man über Typen sagt, die gut tanzen können?“

„Schwul?“

„Oaah, neinnn! Dass sie gut im Bett sind, natürlich!“

„Und?“

Bettina verdrehte die Augen.

„Ich habe ihm nach fünf Minuten einen so lauten Orgasmus vorgespielt, nur damit ich sein Gegrunze beim Vögeln nicht mehr hören muss!“

Ich musste grinsen. Bettina war eine sexuell emanzipierte Frau, die sich holte, was sie brauchte. Leider waren hin und wieder auch Nieten dabei.

„Hast du den Herpes vom Knutschen?“

Sie verzog den Mund.

„Hör bloß auf. Ich hatte keine Lust mit ihm zu schlafen, Aber der sah so unbefriedigt aus und irgendwie hat er mir leid getan. Also habe ich ihm einen geblasen. Ich habe ihm noch gesagt, er soll bescheid grunzen, wenn er kommt! Sagen, natürlich habe ich sagen gesagt!“

„Und?“

„Er hat mir die Ohren zugehalten!“

„Ohhh! Kenn ich ihn eigentlich?“

„Keine Ahnung! Marko Keiler, arbeitet irgendwo im Marketing!“

Ich musste schlucken! Klar kannte ich Marko! Heiß, heißer, Flachpfeife!

Ich hatte Marko in einem dieser hippen Hamburger Clubs kennengelernt. Eigentlich so eine typische Abschlepp-Disko.
Aber Disko sagte man im neuen Jahrtausend nicht mehr. Eine Disko heißt jetzt Club. Und man geht vorher auch nicht mehr in eine Kneipe zum `vorglühen´, sondern in eine Bar, mit Lounge, zum Chillen. Jedenfalls waren Marko und ich nach so einem chilligen Abend, zusammen im Bett gelandet.

Marko war einer dieser Vertreter, bei der jede Frau einen Orgasmus vortäuschte, nur um es schnell hinter sich zu bringen. Er war weder der Romantiker, noch der Latino-Lover. Marko war ein Arbeiter. Er musste irgendwo einmal gelesen haben, was die erogenen Zonen der Frau waren und arbeitete sie gewissenhaft ab.

Zuerst normaler Zungenkuss, dann fordernder bis hin zum Kiefer ausklinken, anschließend ein paar Ohr- und Halsbisse, um das Kopfprogramm abzurunden. Danach ackerte er sich weiter zum Busen vor, um sich dann ganz innovativ zwischen die weiblichen Schenkel zu wagen.

Man sollte hierbei vielleicht noch erwähnen, dass Marko immer einen 3 bis 5-Tage-Bart trug, um sein Babyface zu vertuschen. Das führte wiederum dazu, dass Frau im Gesicht aussah, als hätte sie einen akuten Neurodermitis-Anfall.
Die Brustwarzen seiner Opfer mussten die nächsten 10 Tage mit einer Wundschutzcreme wieder aufgepäppelt werden. Und was die Sache zwischen den Schenkeln und weiter betrifft, aua.

Also war jede Frau, die mit Marko im Bett landete, stets darauf bedacht, den Orgasmus ziemlich schnell vorzutäuschen, damit sich die Schmerzen in Grenzen hielten. Demzufolge hielt Marko sich für den größten Liebhaber aller Zeiten!

Aber merkt euch eins, liebe Männer: Kommt Frau schnell, kommt sie oftmals gar nicht.

„Und? Siehst du ihn wieder?“

Bettina tippte sich an die Stirn.

„Bist du bescheuert? Nee, ich treffe mich morgen mit Johannes. Bei mir aus der Firma! Ich brauch jetzt was Verständnisvolles. Der Johannes ist total lieb!“

Morgen: Der Liebe

(C) Sunny Möller

Ich erklär mir „Shades Of Grey“

(c) fotolia

(c) fotolia

Ich denke nach und versteh es einfach nicht,
was die Frau beim Christian Grey so sticht,
denn jedes weibliche Geschöpf,
achtet doch beim Gesuch zum richtgen Partner,
auf etwas mit integren Charakter.
Bitte nett, vorbildlich und auch adrett,
dabei nicht superschlecht im Bett.
Vielleicht mal lecken oder Busen kneten,
alles andere wird sich meist verbeten.
Jetzt liest sich eine ganze Fangemeinde,
durchs Gepeitsche und Geleide,
na klar, der Christian hatte eine schlechte Kindheit,
gequält und fehlte doch die Mutterliebe,
damit erwachten wohl die Triebe,
zu trietzen, was gar weiblich ist,
devot nur ihm ergeben,
denn so kommt er zum Stich,
da läuft Frau im Proseccorausch und nachempfundener Qual,
gleich mal in den nächsten Kinosaal.
Hatte man vorher in illustrer Runde,
genutzt die Gunst der Stunde,
den Masochismus mal zu testen,
und wo geht es unauffällig und am besten?
Das Raclette-Gerät schnell aufgebaut,
mal schaun, wer sich wohl als erstes traut,
mal ans heiße Pfännchen fassen,
hui, schnell kann man es schon nicht mehr lassen,
enge Freunde sind sie, Schmerz und Lust
und man vergisst den Alltagsfrust,
außerdem hat der sadistische Herr Grey,
in den Taschen Geld wie Heu.
Drum Obacht liebe Männerwelt,
wenn der Sex nach dem Film plötzlich gut gefällt,
ihr haltet es für einen guten Ritt,
doch für eure Liebste seid ihr jetzt zu dritt.

(c) Sunny Möller

Mann wird nicht krank, Mann stirbt!

Sick man with flu lying in the bed

…halb sieben, Samstag morgen. Die ersten Sonnenstrahlen bahnen sich den Weg ins Schlafzimmer. Hmmmmm. Leichtes Stöhnen vom Mann neben mir. Träumt er von uns? Einer dieser erotischen Träume, die Männer morgens zum (Auf)stehen brachte? Ich musste lächeln. Besser konnte ein Wochenende nicht beginnen. Er räkelte sich. Ich stellte mich schlafend. Gleich würde er näher rutschen und mir übers Haar streichen. Ich würde so tun, als sei ich noch viel zu müde für solche morgendlichen Spielereien. Ich würde mich etwas zieren, um mich dann bereitwillig dem Sturm der Leidenschaft hinzugeben…..

„Ich glaube, ich werde krank!“

WAAAASSSSS? OH NEIN, BITTE NICHT DAS BÖSE K WORT!!!!! Ich überlegte kurz. Was hatte ich für Möglichkeiten? Taub stellen? Den Virenangriff mit Sexavancen bekämpfen? Tot stellen? Ich öffnete die Augen und versuchte zu säuseln.

„Oh nein Baby, was hast du denn?“

Erneutes Stöhnen.

„Ich weiß auch nicht, mein Hals ist kratzig und ich habe das Gefühl meine Augen sind geschwollen. Sind meine Augen geschwollen? Er klimperte mit den Augen wie eine kranke Kuh. Atmen ist schlimm. Ich konnte die ganze Nacht kaum schlafen, weil ich gemerkt habe, da ist was im Anmarsch…..!“ Er schaute mich gequält an.

Er war gestern mit seinen Kumpels Fußball gucken. Es wurde einiges an Bier getrunken und nach dem Sieg und Gewinn des Meistertitels, grölend um die Häuser gezogen. Klang nach „After-Suff-Syndrom“! Aber ich wollte nicht gleich stänkern…

„Schatz, das wird höchstens ein Schnupfen!“

Seine Stimme wurde weinerlicher.

„Aber es pfeift so! Wenn ich atme. Hoffentlich wird das keine Lungenentzündung!“ Er versuchte krampfhaft irgendwelche Fiepgeräusche aus seiner Lunge zu pressen.

Ich war genervt.

„Dann geh zu Arzt!“

Jetzt mündete weinerlich in leicht verzweifelt, mit provozierenden Pfeiflauten.

„Aber heute ist Samstag. Da muss ich in die Notaufnahme. Da muss ich stundenlang rum sitzen, zwischen all den Kranken. Und meine Knochen tun auch so weh. Können wir nicht erst mal versuchen, mich hier zu behandeln?“

Mich hier zu behandeln bedeutete, er Pflegestufe 98, ich unfreiwilliges soziales Jahr.

„Also meine Mama hat mir früher immer Hühnersuppe gekocht. Also nicht dieses gekörnte Zeug, was du immer nimmst. Aus einem echten Huhn. Am besten Bio, bei den Skandalen heute. Mit ein bisschen Gemüse drin, ganz klein geschnibbelt. Dann tut es nicht so weh beim Schlucken. Und sie hat selbst Hustensaft gekocht, aus Zwiebeln und Kandis. Und bei Fieber helfen am besten Wadenwickel, aber die aus Leinen. Keine Mischfaser, wegen der Hautirritationen. Wenn man krank ist, ist die Haut auch total überempfindlich!“

Sagte der Mann, mit dem Polyester-Trikot seiner Lieblingsmannschaft. Mich wunderte sowieso, dass er noch so viel reden konnte und wie er schon „Meine Mama“ sagte…MUTTER, ab spätestens 16 ist es deine MUTTER!!!!!

„Weißt du was, ich gehe jetzt Brötchen holen und bring dir ein paar Sachen aus der Apotheke mit!“

Mit leichtem Hüsteln und Hundeaugen, schaute er mich dankbar an.

„Ach Süße, du bist so lieb! Für mich aber bitte kein Brötchen, ich kann kaum schlucken! Vielleicht machst du mir nachher ein Porridge, kannst du das?“

Ich konnte schlucken. Einmal, zweimal, nebenbei bis zehn zählen. Ich zog mich an, Jogginghose, Sweater, bloß erst mal raus hier! An der Tür hörte ich noch das Winseln.

„Aber lass dich über die Nebenwirkungen aufklären!“

30 Minuten später, mit allen Heilkräften der Natur und 15 sms, wann ich denn endlich kommen würde, betrat ich das Lazarett. Er hatte sich ins Wohnzimmer umgebettet um sich mit der Playstation abzulenken. Kurzer Seitenblick.

„Wo warst du denn so lange? Ich glaube, jetzt fängt das Fieber an!“

Neben ihm lag eine Seite Millimeter Papier, ein Koordinatensystem, eine eingezeichnete Kurve, Zahlen.

„Was ist das?“

„Meine Fieberkurve!“

„Aber das höchste sind 37.6 Grad!“

Er schaute mich gekränkt an.

„Aber angefangen habe ich bei 37.4! Eine Steigerung von 0.2 Grad in nicht mal einer halben Stunde! Du könntest ruhig etwas sensibler sein!“

Atmen, schlucken, zählen. Ich ging in die Küche. Ich brauchte dringend einen Kaffee. Ich nahm den Löslichen, keine Zeit für mehr. Das Wochenende war nicht so lang. Montag konnte ich wieder arbeiten gehen.

Im Wohnzimmer fiel etwas zu Boden. Das Stöhnen fing wieder an.

„Ich habe plötzlich so Bauchschmerzen, es rumort auch ganz komisch. Ich hoffe nicht, dass ich jetzt auch noch Durchfall kriege! Mama hat….“

Den Rest konnte ich nicht mehr hören, meine Kaffeetasse hatte den Boden berührt. Ich griff zum Hörer, wählte. Endloses Tuten.

„Ja?“

„Ich bin´s Gisela! Du musst kommen! Dein Sohn ist krank!“

Ich wartete auf keine Antwort. Mama würde schon kommen, bewaffnet mit Bio-Hühnern und Wadenwickeln. Nur ich, ich würde gehen. Bewaffnet mit Yogamatte und Saunatuch.

© Sunny Moeller

Emma´s Welt rechnet ab

(c) natasha_chatkova

(c) natasha_chatkova


„Weißt du noch, dass ich niemals in die Schule wollte?“

„Ja, das weiß ich noch sehr gut.“

„Da lernst du ganz viel, Emmachen! Dann kannst du alles selber lesen, Emmachen. Und du lernst rechnen und schreiben, Emmachen! Das wird ganz toll, Emmachen. Das hast du gesagt!“

„Macht es dir denn keinen Spaß?“

„Nein, ich vermisse meinen Wald! Meine ganze Freiheit ist im Wald geblieben und ich werde sie nie wieder kriegen. Jetzt bin ich eine Ampel, die immer auf Gelb ist. Ich darf nicht gehen, aber wie lange ich stehenbleiben muss, weiß ich auch nich.“

(Emma, 6 Jahre, 1. Klasse, die bis vor Kurzem noch im Waldkindergarten war) 😔

Einen Scheiß auf die Sozialkompetenz!

Team aus 6 Strichmnnchen, die sich an den Hnden halten, Vektor
Empathie, ein großer und gern benutzter Begriff bei jedem Coaching. Sozialverhalten wird schon in der Schule benotet. Wir flechten Blumenkränze und füttern uns mit Mitgefühl. Wir züchten uns eine empathische Welt in einer asozialen Gesellschaft. Denn das oberste Gebot lautet: „Der sozial Kompetente kommt weiter!“ Ich glaube, das hat sich eher ein Trump ähnliches Gebilde für das Kriechforum unserer Gesellschaft ausgedacht. Wer lieb ist, der bleibt unten. Wer Menschen mit Handicaps beleidigt und Frauen begrapscht, wird Präsident. Und dann gibt es natürlich noch die Pseudoempathischen, die auf ihren Lehrgängen beigebracht bekommen, wie sie mitfühlend und emotionssteigernd auf ihre potentiellen Kunden eingehen können um anschließend Verträge abzuschließen, die im Grunde niemanden etwas nützen außer vielleicht dem Provisionskonto des Vermittlers. Wer steht an der Spitze der Nahrungskette? Der sozial Empathische mit der streichelnden Hand? Good Trumping everybody! :*

P.S.: Witzig, dass es mal Zeiten gab, in denen es dafür keine Noten und Coachings gab….

Jeden Tag eine gute Tat!

Zwei Luftballons in herzform

Geliebtes Hamburg und geliebter Hauptbahnhof. So viele Menschen, so viele Geschichten. Ein Typ, Marke Möchtegern-Hipster, Anfang dreißig, labert eine wunderschöne Blondine (etwas überschminkt), Anfang zwanzig, voll.

„Nein ehrlich, Saskia, du warst bei dem Workshop eine ganz andere Liga! Dein Auftreten, deine Selbstsicherheit, die ganze Natürlichkeit, die du ausstrahlst.“

Dabei grinst er ein charmantes Verkäuferlächeln. Die Blondine senkt geschmeichelt ihren Kopf und streicht eine blonde Strähne übers Ohr.

„Aber der Coach meinte, es war von allem etwas zu viel.“

Hipster-Schlipster berührt sie sanft an der Schulter.

„Ich bitte dich Saskia! Das war alles Teil des Coachings. Er wollte dich nur aus der Reserve locken und schauen, wie du reagierst!“

„Ich hab geheult!“

Hippihoppi bleibt dran.

„Genau das ist es doch, Saskia! Du zeigst Gefühle! Das ist so wichtig im Job! Und du hast selbst mit Tränen noch wunderschön ausgesehen!“
Jetzt berührt sie ihn.

„Danke! Du bist so lieb!“

Er guckt unauffällig siegessicher. Ich muss zum Zug. Ich gehe an den beiden vorbei, lächle die wunderschöne, überschminkte Blondine an.

„Süße, der Typ will dich vögeln!“

Jeden Tag eine gute Tat!❤️

Emma und Oscar

emmas-welt-2

Emma ist jetzt in der ersten Klasse und fängt an,
jedes Schild, jeden Zettel und jeden Brief zu lesen,
den sie in die Finger bekommt. Und zwar laut.
Sie kann die schwierigsten Wörter mal mehr
oder weniger genau entziffern. Aus meinem Zimmer höre ich:

„Das einzig konsequente an mir ist meine Inkontinenz!“

(Im Original von Oscar Wilde: „Das einzig konsequente an mir ist meine Inkonsequenz!“